So erkennen Sie ein Gebäude aus der Hansezeit

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Haben Sie schon einmal den Begriff "Hansegotik" gehört? Wohnen Sie selbst in einer Hansestadt, so kann es sein, dass Sie in einem Haus im gotischen Stil wohnen. Oder vielleicht ist auch Ihr Lieblingsgeschäft aus dieser Epoche. Wann entstand die Hansegotik? Und woran erkennen Sie sie?

Wenn Sie durch die engen Gassen von Deventer, den Grachten von Hasselt oder der Stadtmauer von Zwolle gehen, werden Sie es nicht übersehen: die schönen, historischen Gebäude. Die Niederlande kennen viele historische Gebäude und Monumente, wobei ein großer Teil hiervon in diesen Hansestädten zu bewundern ist. Die Hanse spielte nämlich eine wichtige Rolle in der Ausbreitung der Gotik-Architektur im mittelalterlichen Europa.

Austausch auf dem Seeweg

Händler, die für die Hanse segelten, brachten außer Handelswaren auch Wissen, Informationen und Kultur mit. Auf diese Weise spielte die Hanse eine wichtige Rolle in der Verbreitung von Architektur. Im 13. Jahrhundert entstand die Gotik-Architektur, die auch Hansegotik genannt wird, in den Niederlanden und Norddeutschland. Dieser Stil wurde auch von Frankreich übernommen und wurde bis Anfang des 16. Jahrhunderts in ganz Europa verwendet.

Backsteingotik

Bei dieser gotischen Baukunst, die derzeit "Backsteingotik" genannt wird, hatten zwei Steine die Oberhand: Ziegel und Naturstein. Die Backsteingotik wurde vor allem aus den Niederlanden an die Städte im Osten weitergegeben und kann noch immer im nördlichen Küstenstreifen bewundert werden. In den westfälischen und sächsischen Städten wurde vor allem Naturstein verwendet. Bis ins 15. Jahrhundert wurden Gebäude häufig in diesem Baustil gebaut. Am Ende des 15. Jahrhunderts entstand die Renaissance, sodass der Fokus mehr auf Schönheit und Komfort lag. Mit der Hansegotik war es vorbei.

Hansegotik in den Hansestädten

Die Gotik-Architektur bestimmt nicht nur das Erscheinungsbild von Kirchen, sondern auch von Gebäuden wie Rat- und Zunfthäusern, Markthallen und Stadtbefestigungen. Der Baustil ist noch immer in allen Hansestädten vorhanden und kann bewundert werden. Möchten Sie eine Tour entlang der Monumente in den Niederlanden machen, so sollten Sie die Hansestädte nicht verpassen.

Die Merkmale des gotischen Stils sind die Spitzbögen, die Luftbögen, die Strebepfeiler, die Stufengiebel, die hohen Fenster und die nach oben gerichteten Verzierungen. Dieser Baustil hat deutlich leichtere Formen als der vorherige römische Stil. Eine Wanderung durch die Hansestädte lässt Sie die historischen Gebäude sofort erkennen. Beispielsweise De Waag in Doesburg oder die Packhäuser in Kampen und Zutphen. Tipp: Schauen Sie vor allem nach oben, wenn Sie eine der Hansestädte besuchen. Dann entdecken Sie die wundervollen und typischen Giebel, Türme und Spitzbögen.