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Alte Hansestadt mit frischem Flair

Stadtpanorama Hansestadt Deventer

Was dabei herauskommt, wenn eine „Leseratte“, ein Hobby-Fotograf und eine Mischlingshündin die Bücher- und Hansestadt Deventer erkunden? Spannende Entdeckungen, tolle Fotos und nette Begegnungen mit Markthändlern und Kapitänen zum Beispiel. Gemeinsam mit Hündin Lüdde waren Brigitte und Rüdiger Hinrichs als NN-Reporter in der Stadt im anderen Holland unterwegs. Rüdiger Hinrichs berichtet:

Sonsbecker Leserreporter erkunden Deventer – zu Fuß und vom Wasser aus

Hansestadt Deventer - Kaffee und kuchen am Brinkplatz

„Schon die Autofahrt von Sonsbeck nach Deventer war kurzweilig, zumal wir die Autobahn vermieden. Ab Emmerich ging's immer nordwärts über wenig befahrene Landstraßen via Zutphen bis nach Deventer. Nach knapp 100 Kilometern und entspannten 75 Minuten erreichten wir unseren Zielort, wo wir zunächst unser gebuchtes Bed & Breakfast „Alles Dichtbij“ ansteuerten. Wir parkten dort kostenlos und checkten in der komfortablen, ruhigen Unterkunft ein. Dann ging's ca 20 Min. zu Fuß (teilweise durch einen schönen Park) ins Stadtzentrum von Deventer, das einer einzigen riesigen Fußgängerzone gleicht. In der VVV-Touristeninformation in der „Alten Waage“ holten wir uns ein Info-Paket ab, das unter anderem aus einem Stadtplan und Tourenvorschlägen bestand. Da auf dem Platz „Brink“ gerade der lebhafte Wochenmarkt stattfand, besuchten wir erstmal ein nettes Straßencafé. Es lag direkt gegenüber dem Hauptportal der großen Lebuinuskirche, deren Turm prägend für die „Skyline“ Deventers ist. Dort konnten wir fast eine Stunde lang einem Turmglocken-Livekonzert – mit Melodien von Klassik bis Pop – lauschen.

Hansestadt Deventer

Unser Rundgang führte uns dann durch schnuckelige Gassen mit unzähligen, teilweise kuriosen Ladengeschäften. Toll zum Stöbern! Der Antik-Flohmarkt „Brocante“ verteilte sich quer durchs Viertel, wobei uns einer der Händler nach einem netten Plausch ein Hufeisen als Glücksbringer schenkte ... Einfach so!

Hanse-Häuser und Charles Dickens

Alte Holländische Giebel im Bergkwartier Deventer

Wir erreichten das so genannte Bergkwartier und folgten weiter dem vorgeschlagenen Weg. Vorbei an vielen alten Häusern, von denen manche sogar aus dem 14./15.Jahrhundert stammen und die allesamt aufwändig restauriert wurden. Schließlich erreichten wir den höchsten Punkt der Stadt, auf dem die Bergkerk (Bergkirche) steht. Dann ging's wieder abwärts durch die Walstraat (Wallstrasse). Auch hier finden sich in alten holländisch-hansestädtischen Häusern zahlreiche interessante kleine Geschäfte, einladende Teestuben, Cafés und kleine Restaurants. Besonders fielen uns die zahlreichen Garagentore mit bunt-gemalten Szenen aus den Geschichten von Charles Dickens auf. Ein deutlicher Hinweis auf das alljährlich stattfindende Dickens-Festival, bei dem die Teilnehmer(innen) die Zeit des großen Autors in originalgetreuen Kostümen wieder zum Leben erwecken.

Schnuckelige Gassen in Hansestadt Deventer

Ein Stadtbummel macht hungrig. Und so beschlossen wir, das Restaurant „Max10“ am Brink aufzusuchen, wo bereits ein Tisch für uns reserviert war. Die Speisen und Getränke sind dort allesamt ihren Preis wert, sie sind lecker und bezahlbar. Die Sonne ging langsam unter, und so machten wir uns zusammen mit unserer kleinen Mischlingshündin Lüdde auf den kurzen Weg zu unserem Bed & Breakfast, wo wir eine ruhige und erholsame Nacht verbrachten.

Ausgeschlafen und frisch geduscht frühstückten wir am nächsten Tag ganz ausgiebig, denn wir hatten ja noch einen weiteren interessanten Tag vor uns. Die bereitgestellten Zutaten waren lecker und mehr als reichlich!

Der größte Büchermarkt Europas

Büchermarkt vor der Alten Waage am Brink in Deventer

Danach kurzer Check-Out, Gepäck ins Auto, und schon gingen wir wieder zu Fuß ins Stadtzentrum. Dort fand der größte Büchermarkt Europas statt, den wir natürlich unbedingt erleben wollten. Auf einer Länge von insgesamt über sechs Kilometern schlängeln sich circa 700 Stände mit Literatur aller Genres quer durch die Gassen Deventers, sowie entlang der gesamten Uferpromenade an der IJssel. Es war natürlich unmöglich, sich alle Stände anzusehen ... Ein wahrhaft imposantes Event, welches jährlich immer am ersten Sonntag im August tausende Menschen anzieht.

Hansestadt Deventer

Uns zog es aber weiter, denn wir hatten noch eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff auf der IJssel geplant, um uns das grandiose Stadtpanorama Deventers auch vom Wasser aus anzusehen. Dazu setzten wir mit der Fußgängerfähre (1,50 Euro pro Person für die Hin- und Rückfahrt) ans gegenüber liegende Ufer über. Hier befindet sich übrigens der älteste Stadtpark der Niederlande, in dem jeden Sonntag ab 14:30 Uhr ein öffentliches Picknick stattfindet, zu dem dann Live-Musik vom Musikpavillion erklingt. Der Eintritt für das Picknick ist frei. Am Anleger beim „IJssel-Hotel“ angekommen, hatten wir schließlich den Panoramablick auf die Stadt Deventer.

Kurzweilige Schiffsfahrt auf der IJssel

Straßengastronomie am Brink in Deventer

Die Fahrt auf der „MS Stadt Deventer“ dauerte 75 Minuten. Lautsprecher-Infos zur Stadt machten die Fahrt interessant und kurzweilig. Ein dickes „Bedankt“ gilt dem Kapitän und seiner Frau, die unserem Hündchen die Mitfahrt – entgegen vorheriger Info – doch noch erlaubten!

Es war bereits 15:15 Uhr, als wir wieder festes Land unter den Füßen hatten. Und wir wollten doch noch nach „St. Tropez“! Also, „Hond-an-de-lijn“ (Hund an die Leine) und nix wie los zum zentralen Marktplatz „Brink“. Direkt neben dem Restaurant vom Vortag befindet sich die Gastrolounge „St. Tropez“, in der jetzt ein Tisch für uns reserviert war. Wie schon überall vorher wurde unserer „Lüdden“ erst mal eine Schüssel Wasser serviert. Dann wählten wir unser leckeres Abschiedsmahl aus, um uns damit den perfekten Abschluss unseres Wochenendes in Deventer zu bereiten. Mit Blick auf die gut besuchten Bücherstände auf dem Marktplatz genossen wir die letzten zwei Stunden in beinahe mediterraner Atmosphäre ... inmitten einer Stadt, die wir ganz sicher bald wieder besuchen werden.

Deventer – eine zu Unrecht unbekannte Stadt ... und dabei so nah!